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Die 70er
Angefangen hat alles in den Siebzigern, Dr. Herbert Fitz, Polymerchemiker,
entwickelte eine Folie namens ETFE aus Fluorpolymeren mit besonderen
Eigenschaften. Dieser Kunststoff ist nicht nur
leichter als Glas, er lässt auch mit einer Lichttransmission von
bis zu 95 % im sichtbaren Bereich
(VIS) mehr Licht hindurch. Er verschmutzt nicht, ist witterungsbeständig
und extrem langlebig.
In Österreich startete man ein Pilotprojekt in dem je unter einem
Gewächshaus aus Glas und ETFE
Folie eine Rosenzucht gleichzeitig begonnen wurde. Das Ergebnis war
mehr als beeindruckend:
Das Wachstum war stärker, die Farbe der Rosen intensiver und keine
Brennpunkte auf den Blättern erkennbar als unter dem verwendetem
Glas.
Der bisher größte Einsatz dieser heute weltweit bekannten ETFE Fluorpolymerfolie
ist die Allianz Arena
in München zu sehen, die für die anstehende Fußball WM 2006 errichtet
wurde.
Mit der Umhüllung des Stadions aus 2760 ETFE Folienkissen ist sichergestellt,
dass Besucher vor Witterungseinflüssen ganzjährig geschützt sind.
Durch die transparente Gebäudehülle und dem geringen Lichtverlust
ist für das Wachstum des Spielrasens und die Belichtung der zahlreichen
Restaurants, Büros und Logen gesorgt.
Die 90er
Anfang der Neunziger wurde diese Folie weiterentwickelt.
Es folgte ein Versuch, in dem der Rohstoff der Folie erstmals zu
Monofilamenten extrudiert wurde.
Durch das Abweben der Monofilamente (Kett- und Schussfäden) und dem
Thermofixieren der Knotenpunkte entstand ein transluzentes Gewebe.
In einem Spezialverfahren wurde der bereits eingesetzte Rohstoff
gelöst, eine Beschichtungsmasse entwickelt und das Rohgewebe
beschichtet.
Das Ergebnis: Es entstand ein wind- und wasserdichtes Gewebe mit
außergewöhnlichen
lichttechnischen Eigenschaften. Unter dem Mikroskop erkannte man,
dass sich die Beschichtungsmasse an den Knotenpunkten des Gewebes
linsenartig festgesetzt hatte. Messungen durch Institute ergaben
dann die besonderen lichttechnischen Eigenschaften: Direkte Lichtstrahlen
dringen durch
die Gewebestruktur und werden optimal in Streulicht unter minimalem
Lichtverlust umgewandelt. Dabei entstand weltweit das erste witterungsbeständige,
lichttechnische Gewebe mit einer Lichttransmission von > 90%, einem hohen Streulichtanteil unter geringfügiger Schattenbildung.
Der grosse Durchbruch
Der große Durchbruch kam 1996 durch eine projektbezogene Untersuchung
für das Entwicklungs-zentrum von DaimlerChrysler in Sindelfingen
unter Leitung des italienischen Architekten Renzo Piano. Das Monofilamentgewebe
wurde unter 50 anderen Materialien für seine lichttechnischen und
außergewöhnlichen Eigenschaften als bestes ausgezeichnet.
Das Gewebe ist unter dem Namen aerolight® bekannt und für die Entwickler
der aeronautec GmbH rechtlich geschützt. Es ist das weltweit einzige
Gewebe, das diese lichttechnischen Eigenschaften besitzt. Im Gegensatz
zu anderen Materialien ist aerolight® farbecht, bedruckbar, geruchsneutral,
witterungsbeständig, langlebig, frei von Weichmachern und leicht
zu reinigen.
Aussergewöhnlich
Auch im Bereich der Sicherheit überzeugt aerolight”. Mit der Brandklasse
B1, nach DIN 4102,
entspricht es den hohen Anforderungen und ist somit nur schwer entflammbar
und reagiert selbst-verlöschend.
Ein weiterer Vorteil ist die nahezu unbegrenzte Einsatzmöglichkeit
durch die hohen Festigkeiten.
Mit den genannten Eigenschaften verbindet aerolight” in der Entwicklung
von Raumkonzepten die Funktionalität mit architektonischem Potential.
Mittlerweile findet es in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung.
aerolight” wird für jedes Projekt individuell angepasst und kann
je nach Anforderungen speziell beschichtet und hergestellt werden.
Ausgezeichnet
In 2002
In der Kategorie „Synthese, Architekt und Industrie in Zusammenarbeit”
wird unserem Partner
Dyckers & Friends für das Produkt Paravent aerosystem® in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro
Ingenhoven & Partner eine Auszeichnung verliehen.
Von über 150 Wettbewerbs-Teilnehmern entschied sich die Jury für
unser Produkt aerolight®, das
hier in Verbindung mit aeroluv® – einem Aluminiumprofil für Gewebelamellensysteme – als Paravent
unter dem Namen aerosystem® vorgestellt wurde. Mit dem Einsatz eines
aerolight® perforierten Gewebes auf der Vorderseite und einem aerolight®, als Schallwand auf der Rückseite des Raumteilers konnte ein Schallabsorbtionsgrad
von alpha = 0,59 erreicht werden. Die AIT über den Innovationspreis:
„Dieser Preis, der die besten Produkte zur Ausstattung von Objekten
auszeichnet, soll zum einen deutlich machen, welch hohes Innovationspotential
in einer produkt- oder projektorientierten Zusammenarbeit zwischen
Architekten und Unternehmen steckt. Zum anderen sollen auch Produkte
ausgezeichnet werden, die unter architektonischen Gesichtspunkten
herausragend sind.” |
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